Verkauf vermieteter Immobilien

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Verkauf vermieteter Immobilien

8. Januar 2025 · 6 Min. Lesezeit

Eine vermietete Immobilie zu verkaufen unterscheidet sich deutlich vom Verkauf einer leerstehenden Wohnung oder eines selbst genutzten Hauses. Beim Immobilie verkaufen Nürnberg sehe ich häufig, dass Eigentümer diesen Unterschied unterschätzen – mit Folgen für Preis, Zielgruppe und Dauer des Verkaufs.

In diesem Beitrag erkläre ich, worauf es beim Verkauf vermieteter Immobilien wirklich ankommt, welche Besonderheiten entscheidend sind und wie ich solche Verkäufe so aufsetze, dass sie für Verkäufer planbar und für Käufer nachvollziehbar sind.

Vermietet heißt nicht schlechter verkäuflich – aber anders

Viele Eigentümer befürchten, dass eine vermietete Immobilie schwerer zu verkaufen sei. Das stimmt so nicht. Sie spricht nur eine andere Zielgruppe an.

Typische Käufer vermieteter Immobilien sind Kapitalanleger, Investoren mit langfristigem Horizont und Käufer mit Fokus auf Rendite statt Eigennutzung.

Für klassische Eigennutzer ist eine vermietete Immobilie meist unattraktiv, wenn kein kurzfristiger Eigenbedarf möglich ist. Genau deshalb muss die Vermarktung von Anfang an darauf ausgerichtet sein – exakt diese Zielgruppe finden wir oft direkt im Inner Circle, bevor wir öffentlich gehen.

Die Zielgruppe bestimmt den gesamten Verkaufsprozess

Beim Verkauf vermieteter Immobilien geht es weniger um Emotionen und mehr um Zahlen. Käufer wollen wissen, wie hoch die aktuelle Miete ist, ob sie marktüblich ist, wie lange das Mietverhältnis schon läuft, ob es Mietanpassungen in der Vergangenheit gab und wie zuverlässig der Mieter ist.

Ich richte Präsentation, Exposé und Kommunikation gezielt auf diese Fragen aus – alles andere wäre am Markt vorbei.

Christoffer Davis

Christoffer Davis

Immobilienmakler (IHK) · Immobilienbewerter (IHK)

Ein Immobilienverkauf muss kein Risiko sein. Mit meiner Erfahrung aus hunderten Verkäufen in Nürnberg stehe ich Ihnen zur Seite – von der Bewertung bis zum Notar.

Hausverkauf: So geht's weiter → Unterschrift

Der Verkehrswert bei vermieteten Immobilien

Der Verkehrswert beschreibt auch bei vermieteten Immobilien den realistisch erzielbaren Marktwert unter normalen Bedingungen. Allerdings wird er anders hergeleitet als bei selbst genutzten Objekten.

Hier spielen vor allem das Ertragswertverfahren, das den Wert aus den nachhaltig erzielbaren Mieteinnahmen abzüglich Kosten im Verhältnis zu einer marktüblichen Rendite ableitet, die Marktanalyse zur Nachfrage nach Kapitalanlagen im jeweiligen Nürnberger Teilmarkt und die Referenzobjekte als Vergleich tatsächlich verkaufter vermieteter Immobilien mit ihren Faktoren eine Rolle.

Der Verkehrswert orientiert sich also nicht an Wunschvorstellungen, sondern an Wirtschaftlichkeit.

Bodenrichtwert: wichtig, aber nicht allein entscheidend

Der Bodenrichtwert liefert eine Orientierung für den Grundstückswert in der jeweiligen Lage. Bei vermieteten Immobilien ist er ein Baustein, aber nicht der Haupttreiber.

Entscheidend ist immer die Frage:

Wie wirkt sich der Grundstückswert langfristig auf Ertrag und Wertentwicklung aus?

In guten Lagen mit stabilem Bodenrichtwert akzeptieren Käufer oft niedrigere Renditen, weil sie auf langfristige Wertstabilität setzen.

Der Mietvertrag ist das Herzstück des Verkaufs

Ein vermieteter Verkauf steht und fällt mit dem Mietvertrag. Ich prüfe dabei sehr genau die Art des Mietverhältnisses, den Beginn des Mietvertrags, mögliche Kündigungsausschlüsse, vereinbarte Staffel- oder Indexmiete, die Höhe der Nebenkosten, die letzten Mieterhöhungen und die Regelungen zu Schönheitsreparaturen.

Ein klarer, sauberer Mietvertrag erhöht die Attraktivität enorm – sowohl für Käufer als auch für Banken und ist ein zentraler Baustein der bankenreifen Objektakte.

Mieteinnahmen realistisch einordnen

Nicht jede Miete ist automatisch „gut“ oder „schlecht“. Entscheidend ist die Einordnung, ob die Miete deutlich unter dem Markt liegt, ob eine Anpassung rechtlich möglich ist, wie sich das auf den Ertragswert auswirkt und ob es langfristiges Steigerungspotenzial gibt.

Ich erkläre Käufern transparent, was heute gilt – und was realistisch möglich ist, ohne rechtliche Versprechen zu machen.

Banken schauen sehr genau hin

Beim Verkauf vermieteter Immobilien prüfen Banken besonders streng die Stabilität der Mieteinnahmen, das Verhältnis von Kaufpreis zu Miete, das Ergebnis des Ertragswertverfahrens, den Zustand der Immobilie, den energetischen Standard und die Instandhaltungsrücklagen.

Ein Kaufpreis, der nicht zur Miete passt, führt schnell zu Finanzierungsproblemen – selbst bei solventen Käufern.

Kaufnebenkosten gehören zur Renditebetrachtung

Kapitalanleger rechnen anders als Eigennutzer. Für sie sind Kaufnebenkosten ein zentraler Faktor.

Dazu zählen unter anderem Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Grundbuchkosten.

Diese Kosten beeinflussen die effektive Rendite erheblich. Ich achte darauf, dass Käufer diese Aspekte realistisch einplanen – das erhöht die Stabilität des Verkaufs.

Besichtigungen mit Mieter: Fingerspitzengefühl ist Pflicht

Besichtigungen in vermieteten Immobilien erfordern besondere Sensibilität.

Wichtige Grundsätze sind eine frühzeitige und respektvolle Abstimmung mit dem Mieter, klare Zeitfenster, transparente Kommunikation, kein Druck und keine Massenbesichtigungen sowie ein respektvoller Umgang mit der Privatsphäre.

Ein zufriedener Mieter wirkt positiv auf Käufer – ein genervter Mieter schreckt ab.

Kündigung wegen Eigenbedarf: kein Verkaufsargument

Ein häufiger Irrtum: „Der Käufer kann ja später wegen Eigenbedarf kündigen.“

Das ist weder garantiert noch kurzfristig umsetzbar und darf kein Verkaufsargument sein.

Ich stelle klar, dass das bestehende Mietverhältnis bestehen bleibt, dass Käufer Rechte und Pflichten übernehmen und dass eine mögliche Eigenbedarfskündigung rechtlich komplex und individuell zu prüfen ist.

So entstehen keine falschen Erwartungen – weder beim Käufer noch beim Verkäufer.

Steuerliche Themen früh mitdenken

Beim Verkauf vermieteter Immobilien können steuerliche Aspekte relevant sein, insbesondere die mögliche Spekulationssteuer.

Wichtig ist: Sie kann anfallen, wenn zwischen Erwerb und Verkauf bestimmte Fristen nicht eingehalten wurden. Die konkrete Prüfung übernimmt immer ein Steuerberater. Ich weise früh darauf hin, damit der Zeitpunkt des Verkaufs bewusst gewählt wird.

Steuern beeinflussen oft nicht den Marktwert, aber das Nettoergebnis des Verkäufers.

Typische Fehler beim Verkauf vermieteter Immobilien

Diese Fehler sehe ich regelmäßig: Vermarktung wie bei einer leerstehenden Immobilie, Fokus auf Eigennutzer statt Kapitalanleger, unrealistische Preisvorstellungen trotz niedriger Miete, unvollständige Mietunterlagen, fehlende Transparenz gegenüber Käufern und schlechte Abstimmung mit Mietern.

All das lässt sich vermeiden – mit der richtigen Strategie und einem zweistufigen Vermarktungssystem, das die Marktvalidierung im richtigen Käuferpool sicherstellt.

Checkliste: Ist Ihre vermietete Immobilie verkaufsbereit?

Prüfen Sie, ob ein vollständiger Mietvertrag vorliegt, ob Mieteinnahmen und Nebenkosten klar dokumentiert sind, ob der Verkehrswert über das Ertragswertverfahren ermittelt wurde, ob Bodenrichtwert, Marktanalyse und Referenzobjekte bekannt sind, ob die Unterlagen vollständig sind, ob die Zielgruppe klar definiert ist, ob Kaufnebenkosten und Rendite realistisch eingeordnet sind und ob der Umgang mit dem Mieter geklärt ist.

Je mehr Punkte erfüllt sind, desto reibungsloser verläuft der Verkauf.

Fazit: Vermietete Immobilien brauchen eine eigene Verkaufsstrategie

Beim Immobilie verkaufen Nürnberg zeigt sich immer wieder:

Vermietete Immobilien lassen sich sehr gut verkaufen – wenn man sie richtig einordnet.

Entscheidend sind eine klare Zielgruppenansprache, eine fundierte Bewertung über Verkehrswert und Ertragswertverfahren, eine saubere Marktanalyse mit Referenzobjekten, eine transparente Darstellung der Mieteinnahmen, eine realistische Berücksichtigung der Kaufnebenkosten und ein respektvoller Umgang mit Mietern.

Mit dieser Struktur wird aus einer vermieteten Immobilie kein Hindernis, sondern ein attraktives Investment – und aus dem Verkauf ein planbarer, sicherer Prozess.


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Hinweis zum Haftungsausschluss

Die in diesem Beitrag enthaltenen Informationen, Einschätzungen und rechtlichen Hinweise dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine verbindliche Beratung dar. Trotz sorgfältiger Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte.

Die dargestellten Inhalte ersetzen keine individuelle rechtliche oder steuerliche Beratung. Insbesondere bei Fragen zu Immobilienverkäufen, Vertragsgestaltung oder steuerlichen Auswirkungen empfehlen wir ausdrücklich, einen qualifizierten Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuzuziehen.

Aufgrund der Komplexität und der sich stetig verändernden Rechtslage kann jeder Einzelfall unterschiedlich zu bewerten sein. Die bereitgestellten Informationen können daher keine individuelle Lösung abbilden.

Gerne unterstützen wir Sie bei Bedarf bei der Vermittlung eines passenden Rechtsanwalts oder Fachberaters. Sprechen Sie uns hierzu jederzeit an.

Christoffer Davis

Christoffer Davis

Immobilienmakler (IHK)

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