Zu hoch angesetzt
4. November 2024 · 6 Min. Lesezeit
Viele Eigentümer starten voller Optimismus in den Verkaufsprozess. „Wir versuchen es erst einmal mit einem hohen Preis – runtergehen können wir immer noch.“
Eine verständliche Idee, aber einer der größten Fehler beim Immobilie verkaufen Nürnberg.
Ein zu hoch angesetzter Inseratspreis klingt zunächst strategisch clever, führt in der Realität aber häufig zu finanziellen Nachteilen, Zeitverlust und massiver Unsicherheit.
In diesem Beitrag zeige ich, warum ein überzogener Startpreis selten funktioniert, welche Folgen er konkret hat und wie ich Verkäufer dabei unterstütze, die richtige Preisstrategie zu wählen.
Warum der Startpreis so entscheidend ist
Der erste veröffentlichte Preis beeinflusst die gesamte Vermarktung.
Interessenten beurteilen Ihre Immobilie innerhalb weniger Sekunden – und der Preis entscheidet, ob sie überhaupt weiterklicken.
Ein zu hoher Inseratspreis führt dazu, dass ernsthafte Käufer das Angebot ignorieren, dass Ihre Immobilie im Vergleich zu ähnlichen Objekten unattraktiv wirkt, dass weniger Besichtigungen stattfinden und dass wertvolle Wochen vergehen, ohne dass Sie echtes Feedback erhalten.
Der Startpreis bestimmt, ob Interessenten sich melden – nicht erst der Verhandlungspreis.
Warum Eigentümer den Wert häufig überschätzen
Dass Verkäufer oft höher einsteigen möchten, ist völlig normal. Viele orientieren sich an erzählten Verkaufspreisen aus dem Bekanntenkreis, an Online-Schätzungen ohne Datenbasis, an Wunschvorstellungen wie „unter dem Betrag verkaufe ich nicht“, an emotionaler Bindung an die Immobilie oder an hohen Summen, die andere angeblich erzielt haben.
Beim Immobilie verkaufen Nürnberg zeigt sich aber regelmäßig: Was im Kopf stattfindet, hat selten etwas mit der tatsächlichen Marktdynamik zu tun.
Eine realistische Bewertung basiert auf einem fachlich hergeleiteten Verkehrswert als Marktwert, dem Bodenrichtwert als Orientierung für den Grundstückswert, einer Marktanalyse zur Nachfrage im konkreten Teilmarkt, Referenzobjekten als realen Verkaufspreisen statt Inseraten, dem Sachwertverfahren zur Bedeutung der Substanz und dem Ertragswertverfahren zur Bedeutung der Mieteinnahmen bei vermieteten Objekten. Diese Marktvalidierung ist Fundament unserer bankenreifen Objektakte.
Genau diese Bausteine trennen Wunschpreis und Marktwert sauber voneinander.
Christoffer Davis
Immobilienmakler (IHK) · Immobilienbewerter (IHK)
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Wie ein zu hoher Preis das Kaufverhalten beeinflusst
Käufer reagieren sehr sensibel auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wenn der Preis im Verhältnis zur Immobilie nicht passt, entsteht eines sofort:
Misstrauen.
Typische Käufergedanken sind: „Warum ist das Objekt so viel teurer als andere?“, „Fehlt hier etwas? Ist der Zustand schlechter als auf den Fotos?“, „Der Verkäufer ist bestimmt nicht verhandlungsbereit, das lohnt sich gar nicht.“ oder „Wenn der Preis so überzogen ist, stimmt vielleicht die Bewertung gar nicht.“
Ein zu hoher Startpreis filtert nicht nur unpassende Interessenten raus – er schreckt gute Interessenten aktiv ab.
Warum die Nachfrage bei zu hohen Preisen schneller einbricht als gedacht
Jede Immobilie hat ein Zeitfenster, in dem die größte Nachfrage entsteht – die ersten 10 bis 21 Tage nach Veröffentlichung.
Genau in diesem Zeitraum entscheidet sich, wie erfolgreich die Vermarktung wird.
Bei einem zu hohen Preis kommen kaum passende Anfragen, es entsteht wenig Resonanz auf Portalen, es gibt kaum Feedback, um den Preis zu korrigieren, die Platzierung und Sichtbarkeit sinken, und es entsteht der schlechte Eindruck: „Warum steht die Immobilie so lange online?“
Nach diesem Zeitraum bleiben oft nur noch Interessenten übrig, die deutlich handeln wollen – oder Spezialfälle suchen.
Warum eine spätere Preissenkung selten die Lösung ist
Viele Verkäufer denken: „Dann senken wir eben irgendwann.“
Das Problem: Der Schaden ist bereits entstanden.
Wenn der Preis zu spät gesenkt wird, wirkt die Immobilie „abgenutzt“, Käufer vermuten, dass etwas nicht stimmt, Interessenten fragen „Wie weit gehen Sie noch runter?“, und die Verhandlungsposition sinkt enorm.
Preisreduktionen sind für Käufer ein Signal: „Hier ist Luft nach unten – und zwar viel.“
Wie ein überhöhter Preis am Ende weniger Geld einbringt
Paradox, aber häufig beobachtet:
Verkäufer, die zu hoch einsteigen, erzielen am Ende weniger als diejenigen, die realistisch starten.
Ursachen sind: Die Immobilie bleibt lange am Markt, sodass der Wert geringer wirkt, Interessenten sehen den Vorgang als „schwierigen Verkauf“, Kaufinteressenten verhandeln aggressiver, Verkäufer geraten unter Zeitdruck, und die Finanzierung der Käufer wird komplizierter, wenn Banken den überzogenen Preis nicht nachvollziehen können.
Ein realistischer Startpreis ist daher nicht „billiger“, sondern wirtschaftlich schlauer.
Wie ich den richtigen Startpreis festlege
Die Preisstrategie basiert nie auf Vermutungen, sondern auf einem strukturierten Bewertungsprozess.
Dazu gehören der Verkehrswert als zentrale Orientierung, der Bodenrichtwert als insbesondere bei Häusern wichtiger Baustein, die Marktanalyse zu Nachfrage, Konkurrenz und erzielten Verkaufspreisen, Referenzobjekte als reale Vergleichswerte, das Sachwertverfahren zur Bedeutung der Substanz, das Ertragswertverfahren als bei vermieteten Immobilien unverzichtbares Verfahren sowie die Zielgruppe, da Familien, Kapitalanleger oder Selbstnutzer unterschiedlich sensibel auf Preise reagieren.
Erst wenn diese Faktoren zusammenpassen, entsteht ein Startpreis, der realistisch ist und nicht nur gut klingt.
Warum Käuferwert statt Verkäuferwunsch entscheidet
Beim Immobilie verkaufen Nürnberg ist entscheidend:
Eine Immobilie ist so viel wert, wie ein Käufer bereit ist zu zahlen – nicht, was ein Eigentümer gern hätte.
Realistische Preise sorgen dafür, dass mehr passende Interessenten anfragen, dass Besichtigungen strukturiert stattfinden, dass Verhandlungen auf Augenhöhe laufen, dass Banken die Finanzierung nachvollziehen können und dass der Verkauf schneller, stabiler und stressfreier verläuft.
Genau diese Faktoren bestimmen am Ende den erfolgreichen Verkauf.
Aber bedeutet ein realistischer Startpreis automatisch weniger Gewinn?
Nein. Ein realistischer Preis zieht mehr Interessenten an, sorgt für Wettbewerb, führt zu höheren und stabileren Angeboten und stärkt Ihre Position in Verhandlungen. Diese Dynamik nutzen wir gezielt im zweistufigen Vermarktungssystem, beginnend mit dem Inner Circle.
Je größer die Nachfrage, desto besser die Chancen auf ein gutes Ergebnis.
Checkliste: Ist Ihr Startpreis gefährlich hoch?
Antworten Sie ehrlich. Haben Sie den Preis selbst geschätzt, ohne Bewertung? Orientieren Sie sich stark an Nachbarn oder Online-Portalen? Haben mehrere Makler stark unterschiedliche Preise genannt? Hat jemand eine ungewöhnlich hohe Zahl versprochen, um „den Auftrag zu bekommen“? Sind seit Wochen kaum Anfragen eingegangen? Hatten Sie schon den Gedanken „Vielleicht müssen wir runter“?
Wenn Sie mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten, ist Ihr Inseratspreis wahrscheinlich zu hoch.
Fazit: Ein zu hoher Inseratspreis kostet Zeit, Geld und Nerven
Beim Immobilie verkaufen Nürnberg sehe ich regelmäßig:
Nicht die Immobilie ist das Problem – sondern die Preisstrategie.
Ein zu hoher Startpreis führt zu geringerer Nachfrage, zu langer Vermarktungsdauer, zu Misstrauen bei Interessenten, zu schlechterer Verhandlungsposition und zu niedrigeren Endpreisen.
Ein realistischer, gut begründeter Inseratspreis ist deshalb kein Risiko – sondern Ihr größter Vorteil.
Er zeigt Käufern:
Diese Immobilie ist fair bewertet.
Dieser Verkauf ist seriös.
Dieser Preis hat Substanz.
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