Eine Woche im Leben eines Maklers – was ich täglich für meine Kunden bewege
30. Oktober 2024 · 5 Min. Lesezeit
Viele Eigentümer fragen sich: „Was macht ein Makler eigentlich den ganzen Tag?“ Und ehrlich gesagt: Die meisten stellen sich meinen Alltag völlig anders vor. Sie sehen Fotos, Exposés, vielleicht ein paar Besichtigungen – aber nicht die Organisation, die Verhandlungen, die Marktanalysen und die Vielzahl kleiner Schritte, die im Hintergrund laufen, damit ein Verkauf reibungslos funktioniert.
In diesem Beitrag gebe ich Ihnen einen Einblick in eine typische Woche als Immobilienmakler in Nürnberg – realistisch, ungeschönt und genau so, wie sie für meine Kunden abläuft.
Warum kein Tag aussieht wie der andere
Jede Immobilie ist anders, jeder Eigentümer hat eigene Ziele, jede Lage funktioniert anders und jeder Käufer tickt unterschiedlich. Aber eines ist immer gleich: Ein professioneller Verkaufsprozess besteht aus vielen kleinen, aber entscheidenden Bausteinen, die sich gegenseitig beeinflussen.
Eine Woche im Leben eines Maklers ist daher eine Mischung aus Organisation, Analyse, Kommunikation, Vorbereitung, Strategie und Problemlösung. Und in all diesen Bereichen arbeite ich mit nur einem Ziel: Klarheit schaffen und meine Kunden sicher durch den Verkaufsprozess führen.
Montag: Analyse, Planung und Strategie
Montags starte ich mit Struktur. Das bedeutet: Überblick verschaffen, Projektstände prüfen und strategische Entscheidungen vorbereiten.
Zu den typischen Aufgaben am Montag zählen die Marktanalyse für neue Immobilien, die Prüfung aktueller Verkaufszahlen in Nürnberg, der Abgleich von Verkehrswert und Bodenrichtwert mit neuen Daten, die Vorbereitung von Bewertungen per Sachwertverfahren oder Ertragswertverfahren, die Zusammenstellung der Unterlagenlisten für Eigentümer sowie die Festlegung von Zielen, Zeitplänen und Besonderheiten der Woche.
Montag ist der Tag, an dem ich die Grundlage dafür schaffe, dass die Woche geordnet statt chaotisch verläuft.
Christoffer Davis
Immobilienmakler (IHK) · Immobilienbewerter (IHK)
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Dienstag: Besichtigungen und Interessentenmanagement
Dienstag ist klassisch ein Besichtigungstag. Viele Interessenten haben nach dem Wochenende Zeit, Anfragen zu stellen, und wir sortieren, filtern und koordinieren.
An einem typischen Dienstag werden Anfragen geprüft und vorqualifiziert, seriöse Interessenten ausgewählt, Einzelbesichtigungen durchgeführt, Fragen zu Bausubstanz, Modernisierungen und Energie beantwortet, die Finanzierungsmöglichkeiten eingeschätzt und Rückmeldungen dokumentiert. So entsteht für jedes Mandat eine belastbare Marktvalidierung, die später in das zweistufige Vermarktungssystem einfließt.
Eine wichtige Aufgabe ist das Sortieren. Nicht jeder Interessent ist geeignet – und nicht jede Nachfrage führt zu einem Termin. Struktur schützt Eigentümer vor Zeitverlust und falschen Hoffnungen.
Mittwoch: Recherche und Bewertungsarbeit
Mittwoch ist ein „stiller“ Tag – zumindest von außen. Für meine Arbeit ist er jedoch einer der wichtigsten.
Am Mittwoch erledige ich oft die Tiefenanalyse für Immobilienbewertungen, den Vergleich mit Referenzobjekten, die Recherche zu Bauland, Bebauungsplänen oder Denkmalschutz, die Prüfung des energetischen Zustands und möglicher Modernisierungen, die Erstellung oder Finalisierung der Marktanalyse sowie die Abstimmung mit Energieberatern, Handwerkern oder Architekten.
Besonders entscheidend ist hier die Bewertung selbst. Ich erläutere Eigentümern genau, wie Verkehrswert, Bodenrichtwert, Sachwertverfahren und Ertragswertverfahren zusammenwirken – damit der spätere Angebotspreis nachvollziehbar ist.
Donnerstag: Kommunikation, Verhandlungen und Klärungen
Donnerstag ist der Tag, an dem die meisten Gespräche stattfinden. Viele Informationen aus den Vortagen müssen weiterverarbeitet und mit Eigentümern und Interessenten abgestimmt werden.
Typische Donnerstag-Themen sind das Prüfen und Vergleichen von Angeboten, das Anfordern von Bonitätsunterlagen, Gespräche mit Banken oder Finanzierungsberatern, Verhandlungsgespräche, die Beantwortung offener Unterlagenfragen sowie die Abstimmung über Zeitpläne, Übergabetermine und Erwartungen.
Hier zeigt sich, wie wichtig Organisation ist. Wenn Käufer, Banken und Eigentümer parallel Informationen brauchen, steuere ich alles so, dass niemand unter Druck gerät.
Freitag: Vorbereitung für Notartermine und Abschlussarbeiten
Freitag ist der Tag der Entscheidungen. Viele Verkäufe konkretisieren sich hier oder gehen in ihre finale Phase.
Dazu gehören unter anderem die Abstimmung des Kaufvertragsentwurfs mit Eigentümern, das gemeinsame Durchgehen aller Klauseln, damit beim Notar keine Unsicherheit entsteht, die Klärung offener Punkte mit Käufern, das Zusammenstellen aller Unterlagen für das Notariat, die Organisation der Übergabeplanung sowie die Dokumentation der Verkaufswoche.
Freitage fühlen sich für viele meiner Kunden wie der Moment an, in dem „endlich etwas passiert“. In Wirklichkeit ist es die Vorbereitung, die vorher stattgefunden hat, die alles stabil macht.
Samstag: Besichtigungen, wenn nötig
Nicht jede Woche, aber viele Wochen beinhalten Samstagsbesichtigungen. Gerade Berufstätige haben sonst kaum Zeit.
Typisch sind am Samstag konzentrierte Besichtigungsblöcke für mehrere Interessenten, detailreiche Erklärungen vor Ort, technische Fragen zu Heizung, Dach, Fenstern und Leitungen sowie Gespräche über Modernisierungsbedarf oder Nutzungsmöglichkeiten.
Samstagsbesichtigungen sind oft die emotionalsten. Käufer kommen mit der Familie, treffen erste Entscheidungen – und genau hier ist Ehrlichkeit wichtiger als jedes Verkaufsargument.
Sonntag: Vorbereitung und Reflexion
Sonntag ist kein klassischer Arbeitstag, aber oft ein Planungstag. Ich nutze ihn, um die Projekte der kommenden Woche zu strukturieren, Notizen zu Besichtigungen auszuwerten, Prioritäten für Eigentümer abzustimmen und neue Entwicklungen am Markt zu prüfen.
Für mich ist Sonntag kein „Verkaufstag“, sondern ein „Klarheitstag“. Ein ruhiger Blick auf die Woche sorgt dafür, dass der Montag wieder strukturiert beginnt.
Fazit: Der Alltag eines Maklers besteht aus weit mehr als Inseraten und Besichtigungen
Eine Woche im Leben eines Maklers besteht aus Analyse, Kommunikation, Strategie, Organisation und Verantwortung. Verkäufer unterschätzen oft, wie viele kleine Schritte notwendig sind, damit ein großer Schritt – der erfolgreiche Verkauf – gelingt.
Das bewege ich jede Woche für meine Kunden: fundierte Marktanalysen statt Bauchgefühl, realistische Preisstrategien statt Wunschdenken, geordnete Besichtigungen statt Terminchaos, geprüfte Interessenten statt Enttäuschungen, klare Verhandlungen statt Unsicherheiten, strukturierte Vorbereitung des Notartermins und zuverlässige Begleitung bis zur Übergabe.
Und das Wichtigste: Eigentümer gehen diesen Weg nicht allein. Ich sorge dafür, dass jeder Schritt nachvollziehbar, organisiert und stressfrei bleibt – Woche für Woche.
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